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Das richtige Öl macht die Massage gut

Foto von Fläschchen mit Duftöl

Massageöle: Was ist drin?

Früchte, Nüsse und ölhaltige Saaten werden seit Jahrtausenden zu Gewinnung von Öl genutzt. Raps, Leinsamen, Mandeln, Sesam, Saflor, Baumwollsamen und Mohnsamen wurden schon zur Bronzezeit im mittleren Osten und Asien als Lebensmittel und Schmierstoffe verwendet. 2000 v. Chr. brachten die Phönizier aus dem nahen Osten den Ölbaum nach Griechenland. Die Griechen brachten ihn nach Italien, wo er von den Römern zur Ölgewinnung genutzt wurde.

Erst 1830 wurde das Paraffin von Karl von Reichenbach als Nebenprodukt in der Erforschung des Holzteers entdeckt. Es ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff mit vielfältigen Möglichkeiten. Das Paraffin ist brennbar (Kerzen, Lampen, Grillanzünder), ungiftig und reaktionsträge mit vielen Chemikalien. Die Konsistenz reicht von dünnflüssig bis zu einer streichfähigen Paste. Es verdrängt Wasser und ist ein guter Isolator.

 

Gute Gründe für eine Massage mit Öl?

Eine Massage ohne Öl ist möglich, ist aber bei gleicher Intensität schmerzhaft. Massageöl hat viele Aufgaben. Die wichtigste Aufgabe ist die Gleiteigenschaften der Hände verbessern und darüber hinaus die Haut zu pflegen. Die Massage mit Öl hilft tiefere Muskelgruppen zu erreichen ohne stärkeren Druck auszuüben. Der Patient und der Massierende werden mit Massageöl geschont. Zur Massage werden Öle unterschiedlichen Ursprungs als Basis- oder auch Trägeröl verwendet.

Die einfachsten Basisöle bestehen aus Paraffin. Das wird aus Erdöl gewonnen. Es ist nicht wasserlöslich und dringt nicht in die Haut ein. Das Parafinöl bietet keinen Nährboden für Bakterien und Pilze. Deshalb werden keine Konservierungsstoffe benötigt.

Pflanzliches Öl dringt in die Haut ein und hat eine hautpflegende Wirkung. Es ist sehr gut zu Massage geeignet, wenn es keine Beimengungen wie Konservierungsstoffe oder Duftöle enthält. Ein Konservierungsstoff macht das pflanzliche Öl haltbar. Die Duftöle dienen der Entspannung und dem Wohlgefallen des Patienten. Beide Zutaten sind für die Massage nicht erforderlich, haben aber eventuell Nebenwirkungen. Diese Zusatzstoffe haben ein Allergie auslösendes Potential. Da die individuelle Immuntoleranz sehr unterschiedlich ist, sollte vor der Anwendung die allergene Reaktion geprüft werden. Ein großflächiger Hautausschlag sollte unbedingt vermieden werden.

 

11 Basisöle werden zur Massage verwendet:

  • Kokosöl
  • Olivenöl
  • Sesamöl
  • Traubenkernöl
  • Jojobaöl
  • Sojaöl
  • Rizinusöl
  • Sonnenblumenöl
  • Aprikosenkernöl
  • Mandelöl
  • Rizinusöl

Diese Öle werden durch zerkleinern, dämpfen, rösten und Auspressen gewonnen. Sie können mit Pflanzenauszügen, anderen Samenölen oder ätherischen Ölen in kleinerer Menge gemischt werden.

 

Massageöl – Heilende Wirkung und Gefahr

Durch die Beimischungen erhalten die Basisöle ein upgrade. Entsprechend wirken sie beruhigend, oder auch anregend. Durch einmischen von Samenschalen oder Kristallen können sie eine peeling Wirkung erhalten, mit der alte Hautschuppen abgetragen werden. Vieles ist durch bewährte Rezepturen machbar.

Rinzinus (Castor) Öl ist bekannt als “Königs Öl”. Dieses hochwertige Rizinusöl (kaltgepresst) kann für Körpermassagen (besonders für die Bauchregion) oder zur inneren Reinigung verwendet werden. Aber auch für kosmetische Zwecke ist es wirksam einsetzbar. So regt es die Kollagenproduktion der Haut an und beugt Faltenbildung vor. Als Haarpflege genutzt, kräftigt es die Haare und verleiht ihnen einen gesunden Glanz.

Süßes Mandelöl ist mild, auch für empfindliche Haut gut verträglich und zieht langsam ein. Mit seinem hohen Gehalt an Linolsäure und Vitamin E unterstützt Sonnenblumenöl die Hautfunktion und lässt sich gut für pflegende Massagen verwenden. Sesamöl ist das gängigste Basisöl für indische Ayurveda-Massagen; es soll den Stoffwechsel anregen und gilt als Nerventonikum. Olivenöl wird eine wärmende Wirkung zugeschrieben. Das entzündungshemmende Jojobaöl aus den Früchten des Jojobastrauchs wird zur Beruhigung und zum Schutz der Haut vor Austrocknung eingesetzt.

Kokosöl ist für den Menschen ungesund, da es zu 90% gesättigte Fettsäuren enthält. Das ist glücklicherweise nur für den Verzehr zutreffend. Auf der Haut wirkt das Öl Feuchtigkeit spendend. Trockene Haut wird so schon bei der Massage versorgt. Dem Kokosöl wird ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Pickel und trockene, gereizte Haut heilen ab.

Olivenöl ist ein Geheimrezept für trockene und gealterte Haut. Es spendet Feuchtigkeit und reduziert Falten indem es die natürliche Zellfunktion unterstützt. Das Öl ist ein natürlicher Hautschutz gegen UV Strahlung, aber kein Ersatz für eine Sonnencreme mit UV Schutz. Durch die genannten Funktionen schützt Olivenöl vor dem vorzeitigen Altern. Wer mag, kann es auch trinken. Olivenöl verlängert das Leben. Es schützt das Herz und weitere Organe.

Sesamöl  hat besonders viel basische Mineralien und enthält ungesättigte Fettsäuren. Mit den enthaltenen Antioxidantien wie Sesamol und Sesamolin schützt es vor dem Altern der Haut. Sesamöl kann sogar Alters- und Pigmentflecken reduzieren. Mehr noch: Die Feuchtigkeispendende Eigenschaft reduziert auch Fältchen, die durch trockene Haut entstehen können.

Sonnenblumenöl wird aus der Sonnenblume Helianthus annuus gewonnen. Es enthält viel Vitamin E und Linolsäure. Das Öl hat in medizinischen Studien das Hautbild verbessert und sogar kleinere Wunden geheilt. Es wirkt antibakteriell und kann sogar getruken werden. Bei Verstopfung hilft das Öl durch die abführende Wirkung. In der Massage wird es als preiswertes basisöl eingesetzt. Dabei muß auf die Haltbarkeit geachtet werden, denn wie alle anderen pflanzlichen Öle ist es verderblich.

Traubenkernöl wird aus den Kernen der Weintrauben gepresst und ist ebenfalls ein sehr hochwertiges Lebensmittel. Es enthält drei mal mehr Vitamin E als Olivenöl. Das öl ist nur leicht fettend und eignet sich weniger als Basisöl für die Massage. Es hat aber eine hautreinigende Wirkung, beruhigt die Haut und läßt Fältchen verschwinden. Traubenkernöl zieht gut ein und ist daher eher für Kosmetika geeignet.

Jojobaöl wird aus den Samen des Jojobastrauchs gepresst der in den Wüsten und Halbwüsten Nordamerias wächst. Das Öl ist eigentlich keines. Es ein bei Raumtemperatur flüssiges Wachs. Es enthält Gadoleinsäure, Palmitinsäure, Erucasäure und Ölsäure. Darin enthalten sind verschiedene Vitamine wie zum Beispiel Vitamin B6, Vitamin E und sehr viel Provitamin A (Beta Carotin). Das Öl ist gut für die Haut, aber aufgrund des enthaltenen Pflanzengiftes Simmondsin ist es für den Menschen kein Lebensmittel. Die Haltbarkeit beträgt viele Jahre, wenn es dunkel und kühl gelagert wird. Das Öl wirkt antibakteriell und zellerneuernd. Das enthaltene Vitamin E sorgt für die Kollagenbildung und dadurch für eine straffe Haut. Vitamin B6 normalisiert den Talgfluss der Haut. Weitere natürliche Wirkungen sind der Sonnenschutz mit dem Faktor 3 bis 4 und spendet Feuchtigkeit, die gerade bei einem Sonnenbrand Linderung bringt. Dabei ist dieses Öl nicht fettend und sehr wirksam bei der Reduzierung von Schwangerschaftsstreifen, Hornhaut und Narben. Es ist ein wahres Wunderöl zur vielfältigen Verwendung.

Sojaöl wird aus der Sojabohne gewonnen. Es ist ein in der Massage wenig genutztes Basisöl. Es ist durch die enthaltene Linolsäure gut verträglich, aber es zieht schnell in die Haut ein ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Die Inahltsstoffe sind Vitamin E und K. Es wirkt zellschützend und entzündungshemmend durch Spurenelemente und Phytosterine.

Abgesehen von den genanten Ausnahmen ist die Haltbarkeit der pflanzlichen Öle, durch die ungesättigten Fette kurz. Sie werden schnell ranzig und werden oft mit Konservierungsstoffen gemischt.

 

Natürliches Pflanzenöl oder Erdölraffinat als Massageöl?

Hautpflegende Massageöle sind pflanzliche Öle, die in die Haut einziehen und sie geschmeidig machen. Sie müssen schnell verarbeitet werden, damit sie nicht oxidieren und ranzig werden. Im normalen Alltag einer Massagepraxis können diese Öle eingesetzt werden ohne zu verderben. Wichtig ist die richtige Lagerung in kleinen luft- und lichtundurchlässigen Flaschen. Konservierungsstoffe sind nicht erwünscht, weil sie im Verdacht stehen hormonell zu wirken und Allergien auszulösen.

Massageöle aus Mineralöl sind nicht verderblich und können über Jahre gelagert werden, wenn Sie keine weiteren Zumischungen enthalten. Sie lösen keine Allergien aus und sind einfach neutral zur Haut. Als Gleitmittel zur Massage sind sie sehr gut geeignet, weil sie nicht in die Haut einziehen. Leider haben sie auch keinen Nutzen für die Haut. Sie schmieren nur und sollten abgewaschen werden um nicht von der Kleidung aufgesogen zu werden.

Die Entscheidung für ein biologisches oder ein Paraffinöl ist auf sachlicher Ebene nicht leicht. Es ist ehrer die Entscheidung des Kunden für ein hautpflegendes Öl, oder ein rein funktionelles Öl . Wir empfehlen ein pflanzliches Öl bei trockener Haut, oder schlechtem Hautbild. So können heilende Wirkstoffe bei der Massage zugeführt werden. Bei abgesicherter Verträglichkeit ist ein natürliches Massageöl vorzuziehen.

Gleiches gilt auch für beigemischte Öle oder Duftöle. PEG-basierte Emulgatoren und synthetische Tenside aus Erdöl-Rohstoffen wie SLS (Sodium Lauryl Sulfate), SLeS (Sodium Laureth Sulfate) oder auch künstliche Duftstoffe sollten nicht im Massageöl oder Massagecreme enthalten sein.

 

3 Gründe für ein Ökologisches Massageöl

  • Rein biologisch, daher bekömmlich.
  • Nachwachsende Resource, dadurch keine chemische Produktion erforderlich.
  • Umweltverträglich – die Öle sind für Lebewesen ungefährlich. Sie sind teilweise sogar Nahrungsmittel.

 

Der Preis entscheidet über die Qualität und die Bekömmlichkeit

Industrieell hergestelltes Paraffin ist das preiswerteste Massageöl. Kokosöl, Sesamöl, Mandelöl, Jojobaöl sind aufwändig in der Herstellung und daher teurer. Wir verwenden nur die hochwertigen pflanzliche Öle in Medizinqualität.

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